Dienstag, 9. Januar 2018

Die letzten Weihnachtsferien in den USA

Wahnsinn. Schon sind drei Jahre rum. Im Frühjahr geht es zurück nach Deutschland. Endgültig. Umso mehr haben wir die letzten Feiertage in den Staaten genossen. Weihnachten wurde wieder gemeinsam mit engen Freunden und deren Kids gefeiert, das hat sich mittlerweile zu einer kleinen Tradition entwickelt. Bevor es allerdings Geschenke unter dem Baum gab und danach köstliches Essen auf dem Tisch, stand ein Gottesdienst auf dem Programm. Bei der Suche nach kinderfreundlichen Nachmittagsmessen wurden wir in einer hübschen weißen Kirche fündig. Als offensichtlich "Neue" wurden wir von der Gemeinde mehr als herzlich empfangen und direkt in die erste Reihe gesetzt. Prima. Wir hatten zwar eine freie Sicht auf den Altar, die restliche Gemeinde aber auch auf uns. Oder soll ich sagen auf Ben? Der hatte vor lauter Aufregung nämlich nur Unsinn im Kopf und präsentierte sich von seiner "besten" Seite.
Nach der Messe hat das Christkind bei uns daheim Geschenke für die Kids gebracht und danach gab es ein köstliches Dinner für alle. Mein persönliches Highlight: das Lebkuchen-Eis als Nachtisch. Himmlisch! Und weil wir momentan noch "zwischen den Welten" leben, kam am nächsten Morgen auch noch Santa vorbei! Gemütlich im Schlafanzug saßen wir vor dem Baum und haben Ben und Moritz beim Auspacken der restlichen Geschenke beobachtet. Was gab es? Unter anderem einen "Drachen" beziehungsweise "Windvogel" (Chris und ich diskutieren immer noch, wie die richtige Bezeichnung lautet). Der wurde dann am späten Vormittag direkt am Strand ausprobiert.
An den weiteren Tagen bis Silvester stand noch mehr family time an. Viele Spaziergänge, einige Restaurantbesuche, neuer Lesestoff aus der Bibliothek. 2018 haben wir dann nicht um Mitternacht begrüßen können, sondern sind mal wieder vorher eingeschlafen. Verpasst haben wir nichts, denn Feuerwerk findet hier in der Regel am frühen Abend und nicht erst beim eigentlichen Jahreswechsel statt. Angestoßen wurde am nächsten Morgen auf das neue ereignisreiche Jahr, in dem wir nach Deutschland zurückkehren werden. Es bleibt spannend!
Spannend waren auch die ersten Tage im Januar, denn in Charleston fing es plötzlich zu schneien an. 15 cm fielen von Mittwoch auf Donnerstag. Schnee gibt es hier eigentlich nicht. Die Stadt stand mangels Winterreifen, Salz und Streudienst auch komplett still. Kindergärten, Schulen, öffentliche Gebäude und viele Firmen - alles geschlossen. Auch die vereisten Brücken wurden gesperrt. Das hat uns weitere Familienzeit beschert! Während Ben an den Schneeflocken, die ihm am ersten Tag ständig ins Gesicht flogen, überhaupt keinen Spaß hatte, kam die Freude dann in den Folgetagen bei Sonnenschein zurück: Schneemann, Schneeballschlacht und Rodeln - das volle Programm. Wobei wir statt eines Schlittens auf ein Surfboard zurückgegriffen haben!



















Freitag, 15. Dezember 2017

Football mit den "Citadel Bulldogs"


Seit drei Jahren in den Staaten und ich habe noch kein Football-Spiel live gesehen: Das hat sich jetzt endlich geändert. Es war zwar kein Spiel der NFL, sondern "nur" College Football. Die Vorstellung der "Citadel Bulldogs" war aber trotzdem recht professionell. Das Team gehört zum Militär-College in Charleston, weshalb ein Großteil der Zuschauer, inklusive Fanclub, Kadetten in Uniform waren.
Wir haben das erste Viertel des Spiels auf der Tribüne gesehen, solange war Ben nämlich mit seiner Popcorn-Tüte beschäftigt und Moritz hat in der Bauchtrage geschlafen, während ich ihm die Ohren zuhalten konnte. Das war auch nötig, denn die Geräuschkulisse war nicht ohne: Der trommelnde Fanclub, die Rufe des Publikums, zwischendrin immer wieder Kanonenschläge beim Touchdown der Bulldogs... Militär-College halt.
Spannendes zu sehen gab es jede Menge, auch abseits des eigentlichen Spielfelds. Überrascht hat mich, dass je Team rund 40 Spieler am Rand standen, obwohl jeweils nur elf auf dem Feld erlaubt sind. Ein ziemliches Gewusel, aber für jede Position gibt es eben Spezialisten und je nach Spielzug wird flexibel gewechselt. Den Beginn des zweiten Quarters konnten wir dann unten am Feld verfolgen. Hier kam man den Spielern etwas näher und hatte eine völlig neue Perspektive, zumal es direkt vor unseren Augen zu einem Touchdown und später zu einem Field Goal kam.
Eine neue Leidenschaft für Football hat das Spiel zwar nicht bei mir entfacht. Aber es war immerhin wesentlich spannender, die Spielzüge im Stadion als auf dem heimischen TV zu verfolgen.













Sonntag, 19. November 2017

Sommerurlaub in New England



Es ist schon eine ganze Weile her, aber hier kommt endlich der Bericht über unseren wunderschönen Sommerurlaub in Massachusetts. Der August in Charleston war mit über 30 Grad mal wieder viel zu heiß. Da Moritz sich mit seinen damals 2 Monaten als recht unkompliziertes Baby erwiesen hatte, haben wir es gewagt und sind mit dem Flieger der Hitze entflohen: Es ging für eine Woche in den kühleren Norden nach Boston. Ein reiner Städtetrip mit zwei Kids kam für uns allerdings nicht in Frage. Zu stressig. Daher haben wir uns wieder für das Modell entschieden, das auch schon im Frühjahr bei unserem Trip nach Chicago gut funktioniert hat: Eine Unterkunft weit außerhalb der City und von dort in aller Ruhe mit dem Mietwagen sowohl das Umland als auch für ein, zwei Tage die Metropole erkunden.
Wir haben in Plymouth gewohnt. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, der weiß noch: Hier betraten 1620 die ersten dauerhaften englischen Siedler amerikanischen Boden. Deshalb führte auch unser erster Weg zum sogenannten Plymouth Rock, um danach im Pilgrims State Park mit Blick auf die Marina zu entspannen. Wir haben es so genossen, endlich einmal bei nur 25 Grad mit einer leichten Brise ganz viel Zeit draußen verbringen zu können. (In South Carolina versteckt man sich im August in klimatisierten Räumen. Zumindest mit einem kleinen Baby.) Am nächsten Morgen ging es geschichtsträchtig weiter bei unserem Besuch der Plimoth Plantation, einem Nachbau der ersten englischen Siedlung aus dem 17. Jahrhundert. Ben fand es ganz spannend, in die kleinen Hütten zu schauen, herumlaufende Hühner zu zählen und in Holzboote zu klettern.
Nach den ersten idyllischen Tagen mit immer wieder kleinen Abstechern zum Strand und mit der einen oder anderen Wanderung in's Grüne hat es uns dann aber doch in die Großstadt gezogen. Zunächst ging es nach Cambridge, wo wir uns die Harvard University angesehen haben. Ganz schön beeindruckend, auch wenn dort mehr Touristen als Studenten zu sehen waren. Am nächsten Morgen stand dann endlich Boston Downtown auf dem Programm. Hier zeigte sich mal wieder, wie sehr sich ein Städtetrip mit Kids von einem ohne unterscheidet. Mit Rücksicht auf die beiden Zwerge haben wir bewusst nur einen großen Programmpunkt ausgesucht: Das Museumsschiff zur Boston Tea Party. Gute Wahl. Vor alle Ben fand es super. Er hat sich sogar an der Revolte beteiligt und (natürlich nach Aufforderung durch das Museumspersonal) einen Karton voller Tee in das Wasser gestoßen. Die restliche Zeit haben wir im Schatten der Hochhäuser ganz entspannt im Waterfront Park verbracht: Zum Mittagsschlaf für die Kids, zum Austoben auf dem Spielplatz und für ein anschließendes Picknick.
Am letzten Tag vor unserer Rückreise sind wir schließlich noch ein gutes Stück auf die Halbinsel Cape Code gefahren. Ziel war die gleichnamige Chips-Fabrik in Hyannis. Da gerade diese Marke zu Chris' liebsten Snacks gehört, musste die kurzweilige Fabriktour unbedingt sein, zumal es am Ende für jeden Besucher eine kleine Gratistüte gab. Danach noch ein flotter Spaziergang zum John F. Kennedy Memorial, ebenfalls in Hyannis, und die Kalorien waren direkt wieder abgelaufen. Insgesamt also ein wunderbarer erster Urlaub zu viert!

Flughafen Charleston: Ben und Chris verpacken die beiden Kindersitze. Man beachte: Nur ein Koffer für vier Personen!

Anflug auf Boston
Plymouth Rock: Auf diesem Stein betraten die ersten Siedler 1620 amerikanischen Boden
Entspannen im Pilgrims State Park in Plymouth





Besuch der Plimoth Plantation


Harvard University



Plymouth Long Beach



Boston Downtown



Boston Tea Party


Waterfront Park in Boston
Wandern in Plymouth


Chips-Fabrik in Hyannis


Auf dem Weg zum...
... John F. Kennedy Memorial



Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...